Wissen

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Physiotherapie, der Sportphysiotherapie, dem Chiropraktiker und dem Orthopädietechniker (Entwicklung von Hilfsmitteln und Orthesen), welche auf regelmässigem Feedback basiert.

Je nach Bedarf werden spezielle Techniken angewendet, unter anderem

  • die Spiraldynamik
  • die Sohier-Technik
  • die Medizinische Trainings Therapie (MTT)
  • die extrakorporelle Stosswellentherapie (wird direkt in der Praxis angeboten).

Was ist das?

Es besteht eine gestörte Anatomie, die Hüfte verliert zunehmend an Beweglichkeit und klemmt bei gewissen Bewegungen. Der runde Hüftkopf schlägt gegen die Pfannenbegrenzung. Diese Situation ist vergleichbar mit einem Kugellager, das zuviel Spiel hat. Durch die Fehlbelastung kommt es zu einer mehr oder weniger raschen Abnutzung. Es entsteht eine Arthrose sowie ein Gelenksverschleiss. Das Hüftklemmen kann einerseits auf der Pfannenseite (Pincer-Typ) oder andererseits im Bereich von Hüftkopf und Schenkelhals (Cam-Typ) entstehen. Am häufigsten sind Mischformen der beiden Typen.

Bei der Frau ist der Pincer-Typ etwas häufiger als beim Mann. Männer zeigen in der Regel starke Veränderungen im Bereich des Hüftkopf-Schenkelhalsübergangs mit fehlender Taillierung. Dadurch kommt es zu Druck, Scherkräften und einer Überbelastung des Pfannenrandes und der Gelenkslippe (Begrenzung der Pfanne). Bei der Biegung der Hüfte wird die Belastung erhöht. Es kommt zu einer Schädigung der Gelenkslippe und des Knorpels im Bereich der Pfanne. Knorpelschäden im Bereich der Pfanne verursachen schnell starke Schmerzen.

Ein Hüftproblem entsteht aber nicht nur aufgrund einer gestörten Anatomie.  Ebenso wichtig ist die Muskulatur mit den Sehnen und Kapselanteilen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen ist von zentraler Bedeutung. Sind die Bewegungsabläufe unkoordiniert läuft das Gelenk nicht mehr rund und es entstehen Scherkräfte. Diese sind der Grund für die Schmerzen und die Abnützung. In der Regel werden die Muskeln vorne am Oberschenkel stärker genutzt als die Gesässmuskeln. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich negativ auf die oben beschriebenen anatomischen Probleme aus.

Therapie des femoroacetabulären Impingements:

Ohne Operation:

Intensive Physiotherapie. Die Muskulatur der Hüfte wird verbessert und das vorhandene Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Muskelgruppen wird korrigiert.

Durch spezielle Techniken und Übungen (z.B. Sohier-Technik, Spiraldynamik) wird die Hüfte zentriert. Dem Patienten werden Heimübungen gezeigt, beispielsweise mit einer Pilates-Rolle oder auch einer Blackroll. Auch das Syboba ist eine gute Alternative für Geübte.

Mit Operation:

Ein operativer Eingriff muss immer in den richtigen Kontext gestellt werden. Der Patient und seine Situation werden aufgrund seiner Anatomie und Funktion betrachtet. Zeigt ein Röntgenbild der Hüfte beispielsweise eine starke Abnutzung des Gelenks, ist die ideale Therapie anders als bei gleichen Schmerzen mit einer kaum sichtbaren Veränderung des Gelenks.

Zeigt das Gelenk nur wenige Veränderungen so ist ein hüfterhaltendes Verfahren, eine Hüftarthroskopie oder eine chirurgische Hüftluxation, von Vorteil. Die Hüftluxation wird jedoch immer seltener durchgeführt, da ein solcher Eingriff aufwendig ist und eine grössere Belastung für den Körper bedeutet. Eine gute Alternative stellt die Hüftarthroskopie dar. Dabei wird das Gelenk mit Hilfe einer Kamera dargestellt und die Hüfte muss nicht freigelegt werden. Die Weichteile werden kaum oder gar nicht beschädigt.

Die Hüftspiegelung (Hüftarthroskopie) ist technisch schwierig. Diese Operation sollte durch einen erfahrenen Orthopäden durchgeführt werden. Der Spielraum im Gelenk ist sehr klein und es werden spezielle, längere Instrumente verwendet, da im Bereich der Hüfte mehr Weichteile vorhanden sind als beim Kniegelenk. Dies sind Gründe dafür, dass die Hüftspiegelung nur an speziellen Zentren angeboten wird.

Die Hüftarthroskopie wird meinerseits schon seit rund 7 Jahren intensiv durchgeführt. Grundsätzlich können alle gelenkserhaltenden Operationen, welche beim Impingement durchgeführt werden, durch eine Spiegelung erfolgen. 

Hüftgelenkersatzoperationen (Hüft-Endoprothetik) gehören in den meisten Spitälern zu den Standardoperationen und verlaufen im Normalfall sehr erfolgreich. Dennoch ist Ihr Gelenk so individuell wie Sie als Person und wir möchten dass auch Sie durch Ihr Wissen zum Erfolg der Operation beitragen können. Lassen Sie sich über die verschiedenen Erkrankungen des Hüftgelenks, den Hüftgelenkersatz, die Nachbehandlung und Ihr Leben mit einem künstlichen Hüftgelenk informieren. Lassen Sie sich in Ihrer Entscheidungsfindung optimal unterstützen. Dies hilft eventuell vorhandene Ängste abzubauen.

Bei einer Hüftgelenkersatzoperation ist die rasche Genesung des Patienten sowie eine optimale Funktion und Langlebigkeit der Prothese meine oberste Priorität. 

Mein Team wünscht Ihnen schon jetzt gute Gesundheit und viele schmerzfreie Tage, an denen Sie sich unbeschwert bewegen können.

Verwendete Implantate

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Hüftprothesen im Angebot. Ich habe mich für zwei, seit Jahren eingesetzte und sehr gut dokumentierte, Implantate entschieden. Diese zwei Prothesentypen zeigen nachweislich guten Erfolg, auch über viele Jahre hinweg. Sie gehören zu den besten Prothesensystemen welche auf dem Markt aktuell angeboten werden.

Einerseits verwende ich das Corail-Hüftsystem, andererseits implantiere ich zunehmend das Trilock-System. Beide Systeme werden ohne Zement im Knochen verankert. Bei jüngeren und aktiveren Patienten verwende ich gerne eine Keramik-Keramik Gleitflächenkombination. Als Alternative wird die Kunststoff-Keramik Gleitpaarung verwendet. Bei Bedarf kann ein anderes Implantatsystem verwendet werden, insbesondere bei Revisionsoperationen. Metallgleitpaarungen werden in meiner Praxis nicht verwendet. 

Operationstechnik / minimalinvasive Operationsmethode

Die Hüfttotalprothese wird in meiner Praxis fast ausschliesslich über den vorderen Minizugang zum Hüftgelenk operiert. Aus meiner Sicht ist dieser Zugang ein Eingriff mit kleinstmöglichem Aufwand, da er in einer Nerven-Zwischenebene verläuft. Dabei werden keine Versorgungen der Muskelnerven verletzt. Es werden weder Sehnen noch Muskeln durchtrennt oder abgelöst sondern lediglich auseinandergedehnt. Die Funktion der Muskeln wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Diese Operationstechnik benötigt kaum Anpassungen im Vergleich zu anderen konventionellen Methoden. Der Eingriff wird in Seitenlage auf einem normalen Operationstisch durchgeführt. Die meisten für diese Technik benötigten Instrumente sind Standardinstrumente. Die Zuverlässigkeit der Methode wird dadurch noch verstärkt.

Durch diese Operationstechnik profitieren Sie als Patient von einer raschen Genesung sowie von einer optimalen Funktion und Langlebigkeit der Prothese. 

Schmerztherapie / Stellenwert der ESWT in der Praxis

In Praxis wird die fokussierte Stosswellentherapie angeboten. Diese Therapiemethode ist einfach und schnell in der Durchführung, und sie ist bei einer Vielzahl von Erkrankungen und unterschiedlichen Patienten anwendbar. 

Physikalische Grundlagen

Stosswellen sind energiereiche, hörbare Schallwellen. Sie treten in der Atmosphäre auf, zum Beispiel bei Blitzschlag oder wenn Flugzeuge die Schallmauer durchbrechen.

In der Medizin werden Stosswellen seit 1980 unter anderem zur Auflösung von Nierensteinen eingesetzt. In der Schmerztherapie übertragen Stosswellen Energie vom Ort der Erzeugung – dem Stosswellengerät – auf die Schmerzzonen im menschlichen Körper. Dort entfalten sie Ihre heilende Wirkung. Der Stoffwechsel verbessert sich, die Durchblutung wird gesteigert, geschädigtes Gewebe regeneriert sich und heilt aus.

Wirkmechanismen der Stosswelle

Durch Druckspannung und Reiz findet eine biologische Reaktion des Gewebes statt. Stosswellen beschleunigen den Heilungsprozess im Körper, die Selbstheilungskräfte werden in Gang gesetzt.

Indikationen für eine Therapie

  • Kalkschulter
  • Tennisellbogen (Epicondylitis humeris radialis)
  • Golferellbogen (Epicondylitis humeris ulnaris)
  • Fersensporn (Fasciitis Plantaris)
  • Dorsaler Fersensporn (Achillodynie)
  • Tibiakantensyndrom
  • Patellaspitzensyndrom
  • Trochanter Tendinopathie
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Sehnenansatzentzündungen

Sportmedizinsche Indikationen

  • Muskelhärten
  • Sehnenreizungen
  • Sehnenansatzentzündungen
  • Nachbehandlungen nach Muskelverletzungen
  • Muskelverkalkungen
  • Sehnenverkalkungen 

Behandlungskosten

Die ESWT wird zurzeit von den meisten Krankenkassen noch nicht übernommen. Über gewisse Zusatzversicherungen kann jedoch ein Teil der anfallenden Kosten abgerechnet werden. Wir informieren Sie gerne persönlich über die anfallenden Kosten und sind Ihnen beim Einfordern einer Kostengutsprache bei Ihrer Krankenkasse behilflich.

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